Ich folge einem Ruf in mir

Ich folge einem Ruf in mir

 

Eines Nachts im Jahr 2012 liege ich mal wieder wach. Gedanken sausen mir durch den Kopf. Tausende. Beunruhigende, wie weniger beunruhigende. Ja, manchmal auch sehr schöne.

 

Mein Berufsleben fühlt sich im Moment nicht gerade harmonisch an. Eher plagen mich Unzufriedenheit, Zweifel, ja sogar Ängste. Ich bin erschöpft und ausgelaugt. Ich kann nicht mehr. „Ich habe nichts mehr zu geben, gar nichts mehr zu geben“ geht es mir immer wieder durch den Kopf.

 

Gleichzeitig erfahre ich auf der partnerschaftlichen Ebene zum ersten Mal in meinem Leben Glück und Erfüllung pur. Da stimmt für mich einfach alles. Bis auf das Alter. Kann ich mit einem Mann zusammen sein, der doppelt so alt ist wie ich. Mit ihm den geilsten Sex aller Zeiten haben? Irgendwie passt das nicht in mein Weltbild. Mein Verstand rebelliert unaufhörlich. Und dann: Was denken die Anderen? Doch – Mein Herz sagt JA. Einfach nur JA. Also lasse ich mich ein - bis heute.

 

Ich liege also im Bett. Wach, aufgewühlt und nachdenklich. Und dann tue ich etwas, was ich sonst nie getan habe.

 

Es ist nur ein winziger Impuls. Doch ich folge ihm. Und er wird es sein, der mich befreit und mir eine Welt öffnet, die ich bis dato nicht kannte und von der ich nie geahnt hätte, dass ich sie je erleben könnte.

 

Ich knipse das Licht an. Nehme Zettel und Stift und schreibe. Mein Papier füllt sich mit Worten. All die Gedanken, die in meinem Kopf umher sprangen, purzeln auf das Papier.

 

Und das interessante daran ist. Es sind Worte lyrischer Art. Ich schreibe ganz automatisch Gedichte. Wow.! Und ich lasse es fließen und fließen und fließen.

 

Auch tagsüber. Ich bringe meine tiefsten Gefühle auf ´s Papier. Gefühle über die Schönheit der Natur, über Demut und Dankbarkeit, über Leidenschaft und Freude bis hin zu sehr erotischen Empfindungen und natürlich auch meine Zweifel und Ängste.

Ich folge einem tiefen Ruf in mir.

 

Schnell wird mir klar, dass ich diese Zeilen – so persönlich sie sind – veröffentlichen möchte. Mein Partner recherchiert im Internet, findet einen Lyrik-Verlag, ich schreibe ihn an und es klappt auf Anhieb. Und das obwohl ich alle 120 Gedichte handschriftlich eingereicht habe und im Anschreiben mein ausgeschnittenes Gesicht von einem Foto verwendete. Es war also ein sehr sehr individuelles Anschreiben. Doch ich sage euch eins: Ich hatte damals ein Selbstbewusstsein, wie ich es seit meiner frühen Kindheit nicht mehr hatte. Ich wusste einfach, dass es klappen würde. Oder sollte ich besser sagen, ich fühlte es. Es war eine ganz ganz tiefe Überzeugung in mir. Es musste einfach klappen, denn es war dieser tiefe Ruf in mir, dem ich gefolgt bin und der war Gott gegeben. Das Universum stand also komplett hinter mir. Oder um es anders zu sagen: Ich erfüllte, was mir von ihm gegeben. Also das, was für mich vorgesehen war.

 

So war mein erster Gedichtband geboren. Und das Schreiben ging weiter. Es lässt mich seither auch nicht mehr los. Zum Glück J Schreiben ist meine große Passion. Im Schreiben kann ich MICH, mit allem was dazu gehört – Geist, Seele, Körper – am besten ausdrücken. Und ich glaube, das soll auch so sein. Nicht nur für mich. Nein. Dieser Ausdruck ist mein Geschenk an die Welt. An mich, an dich, an alle, die es interessiert.

 

Nun folge ich also schon seit über vier Jahren diesem tiefen inneren Ruf in mir. Mein Herz spricht zu mir. Ich öffne mich dem, was da durch mich hindurch auf ´s Papier will bzw. in die Welt getragen werden möchte.

 

Mein Verstand zweifelt natürlich oftmals.

 

Er sagt Dinge wie: Mensch, Alexandra, was hat es dir denn bisher gebracht? Dein erster Gedichtband hat dich bisher nur Geld gekostet. Der zweite liegt zwar fertig, aber unveröffentlicht in der Schublade. Petri, gut und schön, doch mit der Vermarktung hat es bisher auch noch nicht geklappt. Und er Blog...na gut, da kam natürlich auch schon positives Feedback, aber so richtig viele Leser hast du ja noch nicht. Wann gelingt mir endlich der große Durchbruch? Wann kann ich endlich von meiner Schreiberei leben, also ordentlich Geld damit verdienen? Ist dies überhaupt möglich?Die Masse hebt dir doch eindeutig das Schild mit dem fetten „Nein“ hoch.

 

Doch wisst ihr was? Mein Ruf ist stärker. Ich mache trotzdem weiter.

Ich folge meinem Herzen

Und ich fühle, dass es zutiefst richtig und wichtig ist. Jeder einzelne von euch zählt. Und wenn es nur DU sein solltest, den ich mit meinen Worten im Moment berühre, dann war meine Arbeit nicht umsonst.

 

Ich wünsche mir eine friedlichere Welt, mehr Menschen die an das Gute und Schöne und Wahre glauben, die dafür auf ´s Ganze gehen, Visionen spinnen und sich zusammen tun.

 

Und ich weiß, es gibt diese Menschen schon und es passiert aktuell auch schon sehr viel.

 

Das ist wundervoll. Doch noch sitzt bei vielen von uns die Angst ganz tief. Angst gesehen zu werden, Angst vor der Ungewissheit, Angst den ersten Schritt zu tun.

 

Auch bei mir. Doch den ersten Schritt bin ich gegangen und auch schon viele, viele hinterher.

 

Ich trete offen in die Welt. Ich zeige mich.

 

Ganz so, wie ich bin. Auch verletzlich, auch zweifelnd, auch ängstlich. Und dich glaube, dass gerade diese Authentizität Menschen helfen kann. Weg von dem Perfektionismus, dem Leistungszwang und der Coolness unserer Gesellschaft hin zu mehr Weichheit und Herzensenergie. Für mich hat das übrigens auch überhaupt Nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit ganz viel Stärke und Klarheit. Sich auch verletzlich zu zeigen, sich also überhaupt zu zeigen (das tun nämlich die Wenigsten) ist die wahre Größe. Und sie verbindet uns miteinander. Nur so können wir uns wirklich begegnen und aufeinander be-ziehen. So kann es gelingen Frieden zu schaffen.

In dir und unter dem Rest der Menschheit.

Deshalb möchte ich dich mit diesen meinen Zeilen dazu einladen, ehrlich mit dir zu sein.

 

Was möchtest DU wirklich?

 

Was ruft dir dein Herz schon lange zu, was du bisher noch ignoriert hast? Worauf hättest du so richtig Bock? Was bewegt sich tief in dir? Lebst du dich oder noch immer die Vorstellungen deiner Eltern, deine Erzieher oder Lehrer oder die Masse an Information, die dich tagtäglich erreicht? Lässt du dich ausschließlich von deinem Verstand leiten, oder darf ab und an auch mal dein Herz entscheiden, welches bereits die wahren Antworten weiß, ohne dass du evtl. erst einmal dahinter blickst?

 

Ich wünsche dir und uns von Herzen, dass du dem Ruf deiner Seele folgst.

 

Dass du dich zeigst in deiner wahren Schönheit und Größe. Dass du dich uns zum Geschenk machst.

 

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie du deine innere Stimme denn hören kannst.

Ich glaube, dass jeder Mensch sie schon einmal „gehört“ hat.

 

Wenn du beispielsweise vor einer Entscheidung standst und alles in dir dagegen protestierte, z.B. durch ein flaues Gefühl im Magen, oder plötzliches Schwindelgefühl, oder eben genau das Gegenteil passierte und du tiefen Frieden und Freude in dir spürtest. Der Körper ist oftmals der Vermittler. Wir sollten ihm also vertrauen.

 

Oftmals müssen wir aber auch erst einmal still werden, um wieder bei uns anzukommen. Beispielsweise durch Meditation, einen Spaziergang in der Natur, Musik oder was auch immer. Alles was dir gut tut, was dich still macht oder dir Frieden bringt, eignet sich dazu. Wenn du wieder voll und ganz bei dir bist, dann wirst du sehr genau spüren, was das Richtige für dich ist. Welchen Schritt es zu tun gilt. Folge dann konsequent diesem Impuls. Er wird dich in die Liebe und Freiheit führen. Und diese beginnt ja bekanntlich in und selbst.

 

Mein Weg ist herausfordernd – immer noch!

 

Das große Ziel ist noch nicht erreicht. 

 

Vielleicht wird es das auch nie sein. Doch entscheidend ist der Weg. Dieser hat mir schon unendlich viele Geschenke gemacht. Ich fühle, dass ich wachse. Ich fühle mich lebendig. Ich fühle, dass es richtig ist ihn zu gehen. Und ich vertraue darauf, dass er mir alles gibt und bringt, was ich und das ganze Universum brauchen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Georg (Dienstag, 21 Februar 2017 16:04)

    Yessss, liebe Alexandra, so geht Leben! Danke und weiterhin alles Gute!

  • #2

    Alexandra (Donnerstag, 23 Februar 2017 10:57)

    Yes, Georg
    Yes, so geht Leben :-)))